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Donnerstag, 5. Oktober 2017

Baustelle Donau


Quelle: Sabine Hartmann

„Pop-up City“, „guerrilla urbanism“, oder „public space hacking“, egal wie man es neumodisch bezeichnet, am Ende geht’s darum, dass jemand was tut – damit sich was tut.

Wir haben uns in den letzten Jahren sehr viel mit öffentlichem Raum und mit Möglichkeiten beschäftigt, um diesen positiv zu gestalten. Gerade zur Entwicklung der Donau haben wir neue Ideen entwickelt, unzählige Gespräche geführt, Workshops organisiert und immer wieder versucht, den Fluss in die Köpfe der Ingolstädter Bürger und Politiker zu bringen. Und tatsächlich wurden durch die Stadt mehrere Planungen angestoßen, z.B. zum Stadtpark-Donau, zur Umgestaltung der Schloßlände und zum Donau-Loop.

Quelle: Stadtpark Donau/Officinaa

Quelle: Trojan&Trojan

Quelle: Officinaa

Diese vielversprechenden Ergebnisse haben natürlich auch Erwartungen geschürt. Aber leider ist bis heute nichts passiert, denn die Ideen und Wünsche der Ingolstädter wurden auf Eis gelegt und verstauben noch immer in den Schubladen der Verwaltung.



Es war nun an der Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen
und ein klares Zeichen für die Donau zu setzen!



Deshalb haben wir Ende 2016 beschlossen, selbst aktiv zu werden. Dabei geht es uns nicht darum, zu kritisieren oder auf Versäumnisse hinzuweisen. Doch die Belebung der Donau ist für Ingolstadt eine enorme Chance und ein wichtiger Baustein für die Identität dieser Stadt. Mit dieser Aktion wollen wir wieder Bewegung in die Donau-Belebung bringen.

Nach ein paar Sommerabenden an der Donau stand schnell fest, dass wir uns an die Pläne des Donau-Loop anlehnen und einen Bereich am Brückenkopf, zwischen Konrad-Adenauer-/Glacisbrücke aufwerten. Immerhin ist das einer der wenigen Orte in Ingolstadt, an denen man im Sommer den Sonnenuntergang direkt über der Altstadt beobachten kann. Perfekt, um abends gemütlich am Fluss zu sitzen.


Quelle: Freunde der Donau

Leider musste man bisher auf der Treppe platz nehmen und das gesamte Umfeld glich ehereiner von Brennnesseln und Unkraut überwucherten „Müllkippe“. Ein Grund mehr, den Ort aufzuwerten.


Quelle: Freunde der Donau

Quelle: Freunde der Donau

Wir haben also erstmal Müll gesammelt und entsorgt, anschließend den gesamten Hang zwischen Fahrradweg und Donauufer gemäht und schließlich Phacelia, auch als Bienenfreund bekannt, angesät. Leider wurde unsere Gießkanne, die an einem Baum hing, sehr schnell geklaut. So wird wohl ein weiteres Guerilla-Gardening notwendig werden.


Bauen ja, aber was und wie? Unser eigener Gestaltungsbeirat und die Ethikkommission sprechen sich für Sitzplattformen aus heimischen Hölzern aus!


Quelle: Freunde der Donau

Der Mangel an Sitzgelegenheiten an der Donau ist so offensichtlich, dass es naheliegend war, hier Abhilfe zu schaffen. Wir wollten einen einladenden Ort schaffen, um zu verweilen und den Fluss aus einem neuen Blickwinkel zu erleben. Da wir keinerlei Budget hatten und fast ausschließlich recycelte Materialien verbaut haben, war Kreativität gefragt. So wurde das Design der Sitzplattformen durch die Knappheit der Mittel definiert. Mit dem Ergebnis sind wir trotzdem sehr zufrieden. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die gespendeten Lärchenbretter, Einwegpaletten etc.!


Quelle: Freunde der Donau

Quelle: Freunde der Donau


Die breite Unterstützung bei dieser Aktion, mit Helfern über den Kreis der Donaufreunde hinaus hat uns begeistert.

Jetzt bleibt uns noch zu hoffen, dass dieser wunderbare Ort von vielen Leuten
angenommen wird und erhalten bleibt. Protect what you love!

Samstag, 10. Dezember 2016

Wintersonnwendfeuer 2016




Die längste Nacht des Jahres rückt näher und wird zum 5. mal in Folge durch ein Wintersonnwendfeuer auf der Donaubühne erhellt. 

Wie jedes Jahr bringen wir ein wenig Ruhe und Wärme in die hektischste Zeit des Jahres. Wer möchte kann uns gerne Gesellschaft leisten und dem stressigen Vorweihnachtstreiben entfliehen. Wie immer nach dem Motto: Selbstversorgung und ein bisschen für die Nachbarn. Thermoskannen, Gebäck und andere Kleinigkeiten sind herzlichst Willkommen.

Los geht es bei Dämmerungseinbruch, um circa 16:30.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!




Wintersonnwendfeuer am 21.12.2015 ab 16:30 Uhr/Dämmerung
auf der Donaubühne / Ingolstadt




Impressionen der letzten Jahre:




Donnerstag, 5. Mai 2016

Gründerzentrum Ingolstadt: Yes, but why there?

Quelle: Weiden + Kennedy ad agency 
What is a Gründerzentrum AKA Business Incubator?

A business incubator is, simply put, a small, nurturing space that allows ideas to grow into businesses. The space is usually an office with workstations, meeting rooms, small light to medium manufacturing and/or with other amenities as required (in the case of a digital incubator; specialized workstations and servers). The goal is to transition fledgling businesses to the outside world by offering management and business support, technical and marketing advice, plus access to extensive networks. 

The business will not graduate from the incubator, it will grow in it, and eventually out of it, at an undetermined time. And hopefully the move and transition to independence will be supported and not too expensive.

Here are a couple examples from my many years as a research analyst/product designer at the Technology Centre at BCIT and with various start-up companies:

A doctor was waiting to start the operation and observed the anesthetist struggling to insert a breathing tube into the patient. The anesthetist had less than 2 minutes to finish the job before the patient asphyxiated and it wasn’t going well. The doctor went home and started building a device with a camera. He then went looking for some engineering and business expertise, they then went looking for money from government and investors, and then they went looking for research support and an early business location. In the end they started a large company and employed lots of people.

An engineering student was hired by an inventor to develop his idea, they went looking for space to develop the idea and other researchers to support them. They found space and support in an incubator and brought in other students and professors to help them as needed, eventually they moved locations and in the end licensed their product to a large company. 

And here is an example of a local start-up:

A girlfriend wanted to buy a gift for her boyfriend who lived in another town. The girlfriend wondered if there couldn’t be an easier way to buy gift certificates online from her home for his favourite local shops. She went looking for expertise and space which they found in a shared creative office and with others started a small App company. We are eagerly anticipating the product launch this year in Ingolstadt.

What do all these stories have in common? External problems initiate an inventor spirit, the inventor looks for money, support and space.

What did all these businesses need? Support, risk reduction and access to potential experts... whoever they may be (marketing, management, design, legal, and technical). The expertise is not always the same and not continuously required. 

Presumably the Ingolstadt business incubator will house multiple participants at various stages. Synergy effects are more likely to happen between the fledgling businesses within the Incubator than with the surrounding external resources; people who start these small and vital endeavours  will share ideas, equipment, designers, engineers and the like. The outside expertise will be sought out, found, and brought in periodically.

A business incubator, to be holistic, must also manage the transition of leaving the nest. The city should play a role and understand the needs of these businesses. Entrepreneurship can be vital to the local economy, by hiring locally, renting locally, and investing locally. Therefore, a business incubator must be able to support this transition. Scalability, flexibility, and inexpensive rent are the key. The ability to grow and shrink until the safe zone is reached is critical.

Quelle: Work Hive, Shared Office


What a business incubator does not need is limited space, heritage qualities, or walking distance to professors. It needs room to move, inexpensive rent, shared equipment, meeting rooms, parking for easy deliveries, and financial support through grants, tax relief and subsidies when possible.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Flussaquarium für Ingolstadt




Mal ehrlich: wer weiß, dass es in Bayern Schildkröten gab, oder dass man früher mit ingolstädter Münzen in Wien bezahlen konnte?

Wissen ist Macht. Ein Satz aus dem englischen von Francis Bacon in der Zeit der Aufklärung im 17 Jahrhundert. Eine Zeit in der man sich auf die Vernunft, Toleranz und Naturwissenschaften besann und gegen Vorurteile kämpfte. Dieser Satz führt zu der Frage, ob wir etwas schützen, verstehen und würdigen können, über das wir nichts wissen? 




Was ist die Donau für uns?

Eine Grenze oder eine Verbindung? Kraft der Natur oder ein Arbeiter für Elektrizität? Eine Quelle für Essen oder eine Müllhalde?

Ingolstadt an der Donau, Heimat der Natur und Innovation, seit hunderten von Jahren. Besucher und Einheimische sollen erfahren, wie Wissen und Verständnis sich zu Innovation verknüpfen.





Im Donaumuseum wird die Welt der Donau in unser Wissen kommen. Kaltwasseraquarien sollen uns zeigen was dort in der grau-blauen Donau ist. Artenvielfalt, ihr Schutz und was sie bedroht werden begreifbar und erlebbar. Das Konzept umfasst alle Bereiche der Tierwelt. Vom Tagpfauenauge über den Kaiseradler bis hin zum Hecht. Haptisch, visuell und akustisch erlebbar gemacht.





Die Geschichte der Donau und damit die Europäische Geschichte wird begreifbar und veranschaulicht was ein Fluss mit der Verbreitung von Kultur, Handel und Lebensmitteln zu tun hat und wie die Städte an dem Fluss zu ihren Reichtum kamen.

Das Donaumuseum ist ein Erlebnismuseum mit Außenbereich. Ein Alleinstellungsmerkmal für Ingolstadt und ein wunderbarer Ort der uns unsere Welt näher bringt.   





unter Freigelände und Leitbild findet man das erklärte Konzept: 
https://donaumuseum-foerderverein.de/donaumuseum/

Mittwoch, 3. Februar 2016

Kultur an der Donau; ein Balzruf


Fest steht, Kultur feiert das Leben der Menschen und ihrer Errungenschaften, im Guten wie im Schlechten. Eine entwickelte Gesellschaft braucht Kulturgüter wie Musik, Tanz, Essen oder Kunst, wir definieren uns über unsere Kultur. Und weder muss dein Musikgeschmack oder Tanzstil mir entsprechen noch muss Dir mein komplizierter zeitgenössischer Kunstgeschmack gefallen. Im Gegenteil, wir sollten diese Vielfalt von Vorlieben und Geschmäckern feiern.

Ingolstadt bietet eine besonderes Zusammenspiel von kulturellen Einrichtungen,eine Synergie zwischen kulturellen Institutionen, Peripherie und Möchtegerns. So wie die verschiedenen Gewohnheiten beim Balzverhalten von Tieren, gibt es auch bei Menschen eine enorme Vielfalt an Möglichkeiten, uns auszudrücken und einzubringen, der eine ist ein leidenschaftlicher Tänzer, während der andere Steine sammelt oder ein dritter reist um sich Architektur auf der ganzen Welt anzuschauen. Die kulturelle Vielfalt hat einen Spiegel in der natürlichen Artenvielfalt und ein gemeinsames Zuhause an der Donau. Die Lebensader unserer Stadt ist auch unsere kulturelle Lebensader und dieser gemeinsam genutzte Lebensraum ist unser Schatz.





Neben all den stattfindenden Aktivitäten sollte man seinen Blick auch an die fantastische Vielfalt an Gebäuden nicht außer Acht lassen. Das Stadttheater, ein Juwel moderner Architektur nimmt einen wichtigen und dynamischen Platz im Ingolstädter Kulturleben ein. Es ist auch Ort für gesellschaftliche Rituale wie Weiberfasching, Politikevents, Konzerte oder wichtige Präsentationen. Außerdem teilt es sich die Räumlichkeiten mit dem Kunstverein. Diese beharrlichen Kunstliebhaber versuchen unser Verständnis von Kunst und Kunstproduktionen ständig aufs Neue auf den Kopf zu stellen und fordern unsere Vorstellungen über unsere Donau-Oase heraus und stellen unsere limitierten Definitionen von Kunst in Frage.








Auf der anderen Seite des Wassers, gegenüber des Edelstein Theaters liegt eine einzigartige und beeindruckende Struktur, die sich elegant an der Donau, mit Ausläufern in den Park, entlang schlängelt. Das Zuhause des Bayrischen Armee Museums war ursprünglich ein Militärgebäude, das sich mit dem kompletten Areal zu einem Ort für Menschen, Begegnung und Kultur gewandelt hat. Hier finden alternative Musikkonzerte, urbane Aktionen, Donaufeste oder das Open Flair statt. Der Park erweist sich als Heimat banaler Enten wie auch seltener Vögel und bietet ein Spektrum von Audi- Klassik Konzerten bis hin zu alternativen Tagtraum Festivals. Er ist ein Paradies für Spaziergänger, Familien, Jugendliche (und am Abend auch Kaninchen und Hasen).









Von hier aus kann man mit einer atemberaubenden Perspektive das Schloss sehen. Es steht würdevoll über dem von Bäumen gesäumten Fluss und steht für bayerische Geschichte. Nachdem man es über die Straße und den Parkplatz geschafft hat und immer wachsam war, findet man hoffentlich den Weg ins Schloss hinein. Beim Schloss selbst und den umliegenden historischen Gebäuden liegt großes Nutzungspotential brach. Hoffentlich wird es bald aus dem Winterschlaf geweckt, lässt sich beleben und öffnet sich gegenüber seinem alten Partner – der Donau.









Die Brücke in die Zukunft schlägt etwas weiter flussabwärts der Kavalier Dallwigk. Er soll wird irgendwann eine erfrischende Collage aus industriellen Architektur und moderner Kunst bieten. Die Heimat moderner Kunst muss schließlich nicht immer eine „plain white Box“ sein. Charme ist doch meist eine Frage des Kontextes und Kontext kann etwas sein. Gerade wird viel über das Areal gestritten und nicht alles was glänzt ist Gold.






Nachdem man eine beeindruckende Mischung aus natürlicher und von Menschen geschaffener kreativer Kraft erfahren hat, könnte man dort irgendwann das Europäische Donau Museum besuchen. Man würde eintauchen in die Geschichte und die Altertümlichkeit eines sich immer wandelnden Flusses. Man könnte das Gefühl genießen, an einer Lebensader von Europa zu sitzen, die erfüllt ist von der Schönheit der Natur, von Botanik und Architektur – Natur und Technik, welche sich in Ingolstadt seit jeher miteinander verbindet und versucht in Symbiose zu sein, ein Zusammenspiel was sich letztendlich auch im Fluss und den Einwohnern widerspiegelt.






Solch ein Erlebnis sollte mit etwas dynamischeren und offeneren kombiniert werden, wo Menschen arbeiten, experimentieren, Kontakte knüpfen und sich geistig erfrischen. Permanente Ausstellungen des Donau Museums gemischt mit Kreativ-, Kollaborier und Konferenzräumen. Natürlich auch ein kleines Cafe mit Blick auf den Fluss. Kunst, Wissenschaft, Geschichte und Menschen teilen sich ein Zuhause auf dem Gießereigelände.






Großartiges Potenzial, das buchstäblich für jeden etwas zu bieten hat und Ingolstadt als einzigartiges kulturelles Kraftwerk antreibt. Es muss im Gleichklang mit seinen Bewohnern, Besuchern und dem Fluss weiterentwickelt werden.






Reduziert die Breite der Straßen, öffnet den Menschen die Türe zum Fluss, verbindet kulturelle Knotenpunkte und erlaubt es den einzigartigen Erkennungsmerkmalen unserer Stadt zu leuchten!


Und wir alle werden davon profitieren.



Die Donau Meile!









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Culture on the Danube - a Mating Call

There can be no argument that culture is people celebrating their lives, both the good and the bad. It is irrefutable that a society needs culture in the form of music, dance, food, art, etc. We define ourselves by it. I cannot argue against your desire to dance to certain music, nor can you deny me the right to enjoy complicated and or esoteric contemporary art. I may not get you and the opposite is probably true, but that freedom and diversity of tastes and joys should be celebrated.


In Ingolstadt we have a very special synergy of cultural institutions, peripheries and wanna-bes. Like the various habits of mating birds, there is a great variety of expression and passion, some like to dance, some like to collect rocks, and others prefer shiny string or elegant constructions. The cultural diversity is mirrored by the biodiversity along the Danube and shares a home. The life vein of the city is also its cultural vein. These shared micro climates are our treasure.


Besides the activities taking place one should look at the stunning array of buildings! Starting with a jewel of modern architecture, the Stadttheatre a vibrant and important theatre is the heart of cultural life; it also serves as the home to ritual Weiberfasching, Parties, CSU events, important presentations. Besides ALL this it also shares its space with a Kunstverein. These tenacious art lovers are attempting to interrupt our understanding of art and art production, to show us what is happening beyond our Danube oasis and to challenge our limited definitions of art and art production.


Across the water from the gemstone Theatre is a unique and impressive structure that spreads elegantly along the Danube, with satellites through the park. Home to the Army Museum and originally conceived in service to military activities, the entire area has been transformed to service people and culture. Here are alternative music festivals, Urban actions, Danube Events, Open Flair, Various young artists, and of course to saunter. The park, home to mundane ducks and rare birds alike, is a strolling paradise, from Audi Concerts to Taktraum Festivals.


From here one can see the castle across the tree lined river, from this perspective it is impressive and regal and coincidentally home to Bavarian History. By braving the traffic and the parking lot and by keeping your eyes peeled, you may find your way into the castle. It and its surrounding buildings and old walls are unmatched for their potential. I hope the hibernation will soon end and it will be allowed to open itself to life on the Danube.


A bridge to the future is to be found further down river. Kavalier Dallwigk will eventually be a delightful mash up of heritage industrial architecture and modern art. Birthed by the same industrial impulses, modern art has found a good home, which doesn’t always need to be a white box. Context can be something. The struggles about this area are high and all that glitters isn’t gold.


Having experienced an amazing mix of natural and people powered creative forces, one may soon be able to visit the Danube museum and be immersed in the history of the area, the ancientness of the ever changing river, the expansiveness of sitting on a line across Europe, or the beauty of botany and archaeology, as shown by the river and its inhabitants.


Such an experience should be combined with something more dynamic and open, where people work, experiment, connect and innovate. Permanent Donau Museum exhibitions mixed with less permanent creative and collaborative spaces, meeting rooms and of course a small cafe with a view of the river. Art, Science, History, and people sharing a home.

Great potential with literally something to offer for everyone, this is a unique cultural powerhouse that should be developed in harmony with the river and its visitors. Reduce the street size, open the main players up the river, connect the cultural dots, and allow a unique identifier for Ingolstadt to shine. We will all benefit.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Die Donau ist in Ingolstadt begraben



In Liebe und Dankbarkeit verabschieden wir uns von der bedeutendsten Lebensader der Stadt und unserem Tor zur Welt. Nach Jahrzehnte langer Vernachlässigung blieben die hoffnungsvollen Heilungsvorschläge zum Beispiel durch das Europäische Donau-Museum, den Donau-Loop Rundweg, oder die Umgestaltung der Schlosslände ergebnislos bzw. auf Eis gelegt!

Nach systematischer Vernachlässigung versank der Fluss vor den Toren Ingolstadts buchstäblich im Boden.


Wer einen Fluß überquert
muss die eine Seite verlassen.

Mahatma Gandhi


Trotz der zahlreichen Wahlversprechen war keine Heilung in Sicht. Die letzten Tage waren zäh und schmerzvoll. In anderen Städten wird es dir besser gehen.


 Donau - Alternativnutzung

Dienstag, 8. Dezember 2015

Wintersonnwendfeuer 2015



Die Tage werden kürzer, die Zeit hektischer und die Donau leerer. Am 22.12.2015 ist die längste Nacht und wir halten unser alljährliches Wintersonnwendfeuer ab.

Seit jetzt 4 Jahren lassen wir jedes Jahr zur Wintersonnwende mit einem großen Feuer an der Donau die dunkelste Nacht heller erscheinen. Wer möchte kann uns gerne Gesellschaft leisten und dem stressigen Vorweihnachtstreiben entfliehen. Wie immer nach dem Motto: Selbstversorgung und ein bisschen für die Nachbarn. Thermoskannen, Gebäck und andere Kleinigkeiten sind herzlichst Willkommen.


Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!



Wintersonnwendfeuer am 22.12.2015 ab 16 Uhr/Dämmerung
auf der Donaubühne / Ingolstadt

 

Die letzten Jahre:





Samstag, 9. Mai 2015

Ufer(t)räume I

TEIL 1 – RHONE / LYON (F)

Nach einem bekannten Sprichwort sollen ja auch andere Flüsse schöne Ufer haben. Oder lautet der Satz anders, ach egal! Wir haben uns jedenfalls mal umgesehen und stellen Euch hier nach und nach Städte und Flüsse vor. Den Auftakt bildet das neu gestaltete Ufer der Rhone in Lyon. Die Landschaftsarchitekten von IN SITU haben 2007 ein 10-Hektar großes, 5 km langes Ufer-Areal im Herzen der zweitgrößten Stadt Frankreichs komplett auf den Kopf gestellt.

Rhone-Promenade, Quelle: archiguide

Der historische Stadtkern von Lyon liegt direkt am Zusammenfluss der Rhone und der Saône. Inzwischen erstreckt sich die Metropolregion Lyon mit 2,2 Mio. Einwohnern jedoch weit über die umliegenden Hügel und Täler. So entsteht, unterstützt durch unzählige Brücken und ein enges Netz an Stadtautobahnen und Durchgangsstraßen ein zerklüfteter Eindruck. Die Orientierung in Lyon fällt sehr schwer. Viel Verkehr, Hektik und das Ambiente einer zu schnell gewachsenen Stadt prägen den ersten Eindruck.

Das ändert sich komplett wenn man in der Altstadt ankommt. An jeder Ecke duftet es aus den kleinen Bistros, Brasserien und Chocolaterien. Schließlich gilt Lyon als kulinarisches Mekka Frankreichs. Am deutlichsten wird dies auf den zahlreichen Märkten, zum Beispiel am Rhone-Ufer, wo sich einer der schönsten Märkte der Stadt mit frischen lokalen Produkten und Spezialitäten aus den verschiedenen französischen Regionen befindet.


Marktstände am Rhone-Ufer, Quelle: Freunde der Donau

Entlang einer beeindruckenden Allee alter Platanen verläuft diese Oase der Düfte und Geschmäcker. Das einstmals vernachlässigte Flußufer hat sich inzwischen in einen Stadtpark und den beliebtesten Treffpunkt der Stadt verwandelt. Durch die Vielfalt an unterschiedlichen Bereichen wurde eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Bürger geschaffen. 


Promenade mit Wasserbecken, Quelle: Internet


                                   Sonnenterrassen und Skatepark, Quelle: Internet

Park mit Liegewiesen und Ufer-Gastronomie, Quelle: Internet


Skatepark, Quelle: Internet

Ein Schlüssel zum Erfolg der neugestalteten Berges du Rhône war die Verkehrs-beruhigung und die konsequente Auslegung als urbanes Naherholungsgebiet und Raum für Begegnungen. Der motorisierte Verkehr wurde komplett verdrängt und Parkplätze in Parkhäuser bzw. an den Stadtrand verlegt. Alle umgesetzten Maßnahmen sind auf einen intensiven und offenen Austausch mit den Bürgern zurückzuführen, die vom 1. Tag an eng in die Umgestaltung eingebunden waren.


Rhone-Ufer vorher/nachher, Quelle: landarchs.com

Durch die Aufwertung des Rhone-Ufers wurde Lyon Teil der landesweiten Fahrradroute zwischen Genfer See und Cote d Azur, was zur kulturellen und touristischen Bedeutung, als auch zu wirtschaftlichem Aufschwung der Stadt geführt hat.
Der Besuch in Frankreich hat uns viele Parallelen zu Ingolstadt gezeigt. Es bleibt zu hoffen, daß man auf der Schanz ebenso innovativ und konsequent an einer besseren Verbindung zwischen Stadt und Fluß interessiert ist.

Teil 2 unserer Reihe wird uns nach Innsbruck in Tirol führen. Fortsetzung folgt!

Mittwoch, 8. April 2015

Der Weg zur fünften Donauquerung

Quelle: blogs.crikey.com.au

Von der Ingolstädter Kommunalpolitik wird eine vierte Donauquerung vermehrt zur Diskussion gebracht. Die aktuellen Vorschläge sind eine Seilbahn, welche schon 2013 von der Stadt abgelehnt wurde, eine Brücke über den Baggersee und ein Tunnel von Gerolfing nach Weichering. Zukünftig könnte nach Meinung der FW (Freien Wähler Ingolstadt) der Verkehr unterhalb der einzigartigen Auenlandschaft laufen. Die Verkehrsprobleme sollen damit verschwinden.

Quelle: panoramio.com

In Fachliteratur und in diversen Studien wird jedoch belegt, dass gerade durch den Bau von zusätzlichen Straßen keine Verbesserung von verstopften Straßen herbeigeführt wird. Es entsteht genau das Gegenteil. Die Anzahl der Verkehrsteilnehmer wächst! 

Der Mensch bewegt sich wie Wasser. Er nimmt den kürzesten Weg und das Verkehrsmittel welches ihn am schnellsten von A nach B bringt. Kommt man am effektivsten zum Bestimmungsort mit dem Auto und hat dort noch genügend PKW-Stellplätze, wird das Auto das Transportmittel erster Wahl sein. Stauen sich im Stadtgebiet die Fahrzeuge, erlangen andere Verkehrsmittel eine größere Relevanz. Man kommt dann schneller und entspannter zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) ans Ziel. 

Quelle: strassenbau.niedersachsen.de

Wenn ein Tunnel oder eine vierte Donauquerung kommt,welche die Leute leichter mit dem PKW über die Donau gelangen lässt, wird der Verkehr ansteigen. Autofahrer weichen auf die neue Strecke aus. Im gleichen Moment werden die alten Straßen wieder gefüllt von Autos, die sonst nicht benutzt wurden, da sie im Stau gestanden wären. Das Verkehrsaufkommen steigt und der Verkehr stockt erneut. Die nächste Forderung wird eine fünfte Donauquerung sein. Ein Teufelskreis!

Eine zukunftsorientierte Stadt sollte Ihren Fokus darauf legen, eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer zu erreichen. Wenn für den motorisierten Individualverkehr ein Tunnel für über 200 Millionen Euro gebaut wird, der eine Steigerung des Autoverkehrs bedeutet, kann nicht von Gleichberechtigung gesprochen werden.

Quelle: sustainablejill.com

Ingolstadt ist vielen Städten mit der Förderung der Fußgänger, des Fahrrads und des ÖPNVs weit hinterher. Warum wird hier nicht mehr getan für die Entlastung der Straßen?Es ist bewiesen, wenn weniger Autos auf den Straßen fahren, wird eine höhere Lebensqualität erreicht.Des Weiteren wollen die Bürger weniger Verkehr in den Innenstädten, auch wenn dieseErkenntnis bei den meisten Provinzpolitikern und Stammtisch-Verkehrsplanern noch nicht angekommen ist.Wer sich mit Stadtentwicklung beschäftigt kann dutzende Beispiele finden. Stattdessen wird mit aller Gewalt versucht, Konzepte durchzuboxen, die negative Auswirkungen für Mensch und Natur haben!

Quelle: http://humanscalecities.tumblr.com/

Der Busverkehr wird von der Politik stiefmütterlich behandelt. Hier muss gefördert werden! Erst wenn dieses Verkehrssystem an seine Kapazitätsgrenzen kommt, kann über eine Erweiterungen gesprochen werden. Auch dann erst über eine Seilbahn. Zuerst sollten Busspuren an relevanten Strecken eingerichtet werden,die Taktung und Strecken so verändert werden, dass der Busverkehr extrem Attraktiv gemacht wird. Im gleichen Schritt müssen Straßen reduziert werden. Ansonsten würden neue PKWs den Platz der alten einnehmen. Und zu guter Letzt, wie lange kann man den ÖPNV in Ingolstadt umsonst laufen lassen für über 200 Millionen? Diese Investition würde allen Bürgern, egal welchen Alters, welchen Berufs, welcher Einkommensklasse etwas bringen.

Die Stadt muss aufwachen und umdenken! Weil Menschen in lebenswerten Städten leben wollen! Weil es dazu beiträgt, dass Leute in die Stadt ziehen und auch hier bleiben!

Quelle: waz-online.de


Quellen:

Die Freien Wähler haben ein Gutachten zum Tunnel anfertigen lassen - Kein Verkehrsgutachten!

Building Bigger Roads Actually Makes Traffic Worse

Rund 82 Prozent wollen weniger Autos in der Stadt

Alternativen Lastentransport fördern

Stadt Ingolstadt Stellungnahme Seilbahn 2013 

S. 102. Zurück zur Mobilität! Anstöße zum Umdenken. Hermann Knoflacher
ISBN: 978-3800075577, Wirtschaftsverlag Ueberreuter